ikarus - Wir führen Menschen mit Suchterkrankungen (wieder)an das Erwerbsleben heran

ikarus - Wir führen Menschen mit Suchterkrankungen oder einem problematischen Substanzkonsum (wieder) an das Erwerbsleben heran

1. Projektidee und Angebotsspektrum

Die Arbeitsgelegenheit "Ikarus" verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz geleitet von dem Ziel, Menschen mit Suchterkrankungen oder einem problematischen Substanzkonsum (wieder) an das Erwerbsleben heranzuführen. Unter Berücksichtigung der ganz individuellen Voraussetzungen und Erwerbsbiografien der ProjektteilnehmerInnen erarbeitet ein Team aus PraktikerInnen (FachanleiterInnen verschiedener Gewerke), PädagogenInnen und TherapeutenInnen mit den TN gemeinsam einen realistischen Weg in deren berufliche Zukunft und unterstützt sie bei der Umsetzung der Teilschritte.

Die MitarbeiterInnen

 

Bei einigen TeilnehmerInnen zeigt sich das eigentliche Ausmaß der Suchterkrankung erst im Maßnahmeverlauf (in der pädagogischen Begleitung, der Suchtberatung oder in der Arbeitserprobung). In diesen Fällen kann es zur Reintegration in den Arbeitsmarkt erforderlich sein, andere Angebote vorzuschalten (z.B. Entgiftung, Therapie etc.).

Das Fehlen in der Arbeitsgelegenheit – insbesondere durch Rückfälle in alte Verhaltensmuster oder gar Suchtstrukturen – führt nicht automatisch zu einer Abmeldung aus der Arbeitsgelegenheit, sondern wird in Einzelgesprächen thematisiert, um einen Veränderungsprozess zu veranlassen.

Die beschriebenen Inhalte unterstützen den Casemanagementprozess zwischen der Integrationsfachkraft des jobcenter Flensburg und den TeilnehmerInnen mit dem Ziel einer erfolgreichen und stabilen Teilnahme an der Arbeitsgelegenheit Ikarus.

2. Zielgruppen und konzeptioneller Rahmen

Zielgruppen

Zielgruppen unseres Projektes sind ausschließlich Personen ab dem 18. Lebensjahr mit einer im Vordergrund stehenden Suchtproblematik, die in Flensburg wohnen und Arbeitslosengeld II beziehen; dazu zählen KonsumentenInnen von

Heroinabhängige müssen i.d.R. im Methadonprogramm sein, d.h. sie bekommen von einem/einer dafür zugelassenen Arzt/Ärztin einen Ersatzstoff.

Inwieweit eine ausreichende Teilnahmeeignung besteht, erfahren Sie über die Integrationsfachkräfte des jobcenters Flensburg oder in einem unverbindlichen Informationsgespräch durch unsere MitarbeiterInnen. Die Integrationsfachkräfte des jobcenters Flensburg planen mit den TeilnehmerInnen deren Arbeitseinsatz und weisen in die Arbeitsgelegenheit Ikarus zu.

Maßnahmeverlauf

Der idealtypische Maßnahmeverlauf vollzieht sich in unterschiedlichen Integrationsphasen, die durch regelmäßige Fallkonferenzen aller Prozessbeteiligten (pädagogische ProjektmitarbeiterInnen von Ikarus, SuchtberaterIn, FachanleiterInnen der Praxisstellen) begleitet werden:

1. Eingangsdiagnostik: Erfassen der Sucht- und Arbeitsbiographie sowie eventueller gesundheitlicher (psychischer und/oder physischer), aber auch sozialer Hemmnisse/Ressourcen.

2. Integration in die Strukturen der auf das individuelle Profil der TeilnehmerInnen  abgestimmten praktischen Einsatzstelle: diagnostische Phase in der Arbeits- und Belastungserprobung/Überprüfung von Schlüsselqualifikationen.

3. Aufarbeitung und Verstehen der eigenen Suchtstrukturen, der Funktion des Suchtmittels sowie die Erarbeitung konkreter Hilfemöglichkeiten im Rahmen der Suchtberatung. Gewährleistung einer geregelten Tagesstruktur und belastbaren Leistungsfähigkeit, die die Durchführung der Arbeitsgelegenheit ermöglicht - immer unter Berücksichtigung der individuellen Ausgangssituation.

4. Entwickeln einer Anschlussperspektive mit den KlientenInnen, idealerweise Vorbereitung und Unterstützung bei der Integration in (sozialversicherungspflichtige) Beschäftigung oder schulische Weiterbildung.

Ikarus bietet seinen TeilnehmerInnen den praxisbezogenen Erfahrungsraum für eine (Re-)Integration in Arbeit und unterstützt damit deren durch die Integrationsfachkräfte des jobcenter Flensburg gesteuerten Eingliederungsprozess. Die Teilnahme an Ikarus entbindet nicht von anderen Verpflichtungen gegenüber dem jobcenter Flensburg!

3. Rahmenbedingungen

Dauer der Teilnahme: Die Regelteilnahme soll 10 Monate betragen.

Die Wochenarbeitszeit richtet sich nach den individuellen Voraussetzungen sowie dem Grad der Integrationshemmnisse der TeilnehmerInnen. Stufenmodelle sind je nach individueller Belastbarkeit der TeilnehmerInnen oder etwaigen Verpflichtungen (z.B. Kinderbetreuungszeiten) ausdrücklicher Bestandteil des Konzepts. Die tatsächliche Wochenarbeitszeit wird von den Integrationsfachkräften des jobcenters Flensburg festgelegt; sie beträgt zwischen 15 und 30 Stunden pro Woche.

Projektkoordination und pädagogische Begleitung

Dennis Brodersen

Adresse

Nikolaistraße 3
24937 Flensburg
Telefon: 0461 1503.235 (Dennis Brodersen)
Fax: 0461.1503.100
info@bequa.de

Suchttherapeutische Begleitung

Sucht- und Drogenberatungsstelle des Diakonisches Suchthilfezentrums Flensburg
Lutherhaus
Südergraben 59
24937 Flensburg
info@suchthilfe-fl.de

Jobcenter Flensburg

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