Jahresstromverbrauch von 1.000 Haushalten eingespart – Erfolgsprojekt Stromspar-Check

Einkommensschwache Haushalte wie Arbeitslosengeld-II-Empfänger können vom kostenfreien Stromspar-Check profitieren. Das Projekt „Stromspar-Check aktiv“ wird von der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft der Stadt Flensburg in Kooperation mit dem Jobcenter Flensburg und des Kreises Schleswig-Flensburg durchgeführt. Bei knapp 38,00 Euro, die z. B. bundesweit als Anteil für Energiekosten an den ausgezahlten Arbeitslosengeld-II-Leistungen für einen Ein-Personen-Haushalt veranschlagt werden, ist die Ersparnis von monatlich ca. 12,00 Euro nach einem in den eigenen vier Wänden durchgeführten Stromspar-Check sehr willkommen. Wolfgang Leidecker, bequa Flensburg, ist einer der Flensburger Stromsparhelfer der ersten Stunde und inzwischen Fachanleiter der aktuell 14 Stromsparhelfer „Unser Stromspar-Check ist eine tolle Sache. Die Haushalte, die wir besuchen, erhalten eine umfassende Einschätzung zu ihrem Energieverbrauch und Tipps zu Einsparpotentialen und Verhaltensänderungen. Zusätzlich verbauen wir auch kostenfrei Energiesparartikel wie LED-Leuchten oder Durchlaufbegrenzer“. Die Erfolge können sich sehen lassen. Seit dem Start des Stromspar-Checks am 01.01.2014 wurden bereits über 2.000 Haushaltschecks durchgeführt und für jeden Haushalt eine durchschnittliche Ersparnis von knapp 160,00 EUR jährlich erzielt. „Damit haben wir den Jahresstromverbrauch von 1.000 Haushalten eingespart“ berichtet Leidecker nicht ohne Stolz. Claudia Remark, Geschäftsführerin des Jobcenters Flensburg, ergänzt „Wir schlagen mit diesem Projekt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen profitieren die einkommensschwachen Haushalte unmittelbar von der Einsparung der Stromkosten und zum anderen profitieren die in der Regel langzeitarbeitslosen Stromsparhelfer/-innen enorm von dieser Arbeitsgelegenheit.“ Auch Nils Wienke, Fachdienstleiter Berufliche Eingliederung vom Jobcenter Kreis Schleswig-Flensburg kennt diese Effekte „Die Qualifizierung zum Stromsparhelfer bietet den Arbeitslosen die Chance, sich wieder einer Aufgabe zu widmen, und schafft beachtliche Motivationsschübe. Hinzu kommt die Stärkung der kommunikativen Fähigkeiten und des Selbstbewusstseins durch die Beratung der Haushalte.“ Wenn aus dem Ein-Euro-Job dann versicherungspflichtige Beschäftigung entsteht, sei das natürlich super, aber erstes Ziel sei zunächst die Wiederheranführung an den ersten Arbeitsmarkt, erläutern die beiden Jobcenter-Vertretungen. Die beiden Schirmherren des Projektes sind Arved Fuchs und Dr. Meeno Schrader. Anlässlich des 2.000 durchgeführten Stromspar-Checks betont Dr. Schrader neben den sozial- und arbeitsmarktpolitischen Facetten auch noch den klimapolitischen Aspekt. Die Einstellung zum Klimaschutz und dem wirtschaftlichen Haushalten mit Energie, Wasser und Wärme müsse sich wie eine Epidemie verbreiten. Es müsse sich in allen gesellschaftlichen Ebenen verbreiten, dass der Klimaschutz zwingend notwendig sei.

Besonders erfreulich ist, dass mit Hasan Kohdor nunmehr auch ein arabisch-, russisch- und englischsprachiger Teilnehmer zum Stromsparhelfer ausgebildet wird. „Ich freue mich sehr in Deutschland zu sein und den Menschen hier helfen zu können“ erläutert der Syrer, der in Russland Pharmazie studierte. Denn die Menschen mit Migrationshintergrund haben andere Beratungserfordernisse, da es in Kriegsgebieten z. B. häufig üblich ist, das Wasser durchgängig laufen zu lassen, da man nicht weiß wie lange es noch fließt.

Walter Schumann freut sich besonders, dass er am 25. Oktober 2019 die Prüfung zum Serviceberater für „Energie- und Wasserspartechnik“ bei der Handwerkskammer in Frankfurt/Main erfolgreich absolviert hat. Diese Qualifizierung wertet seine Tätigkeit für das Projekt „Stromspar-Check“ nach fast 200 durchgeführten Stromspar-Checks entsprechend auf.

Von einem kleinen Wermutstropfen bei dem erfolgreichen Projekt berichtet der Stromsparhelfer Günter Haak, der inzwischen auch auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt ist „Es ist leider sehr schwer, an die Haushalte heranzukommen. Wir informieren in den Jobcentern, auf Veranstaltungen, Messen und dergleichen, aber es gibt immer noch eine Hemmschwelle, die Stromsparhelferinnen und -helfer in die eigene Wohnung zu lassen. Dabei behandeln wir alles, was wir sehen und hören, absolut vertraulich. Wir würden uns freuen, wenn unser Angebot noch mehr nachgefragt wird, um den Haushalten noch mehr zu helfen!“.

Abschließend kann man dazu sagen, dass neben den knapp 140 langzeitarbeitslosen Stromsparhelfern, über 2.000 beratenen Haushalten mit durchschnittlich 2,2 Bewohnern auch ganz Flensburg und das Kreisgebiet vom Engagement aller Beteiligten profitieren.

Wer den kostenfreien Stromspar-Check nutzen möchte, kann Kontakt zu den Jobcentern oder direkt zur bequa Flensburg unter Tel. 0461 1503 – 335 aufnehmen.

Hinweis: Das bundesweite Projekt unter dem Namen „Stromspar-Check aktiv“ ist ein Kooperationsprojekt der Caritas, des Bundesverbands der Energie- und Klimaschutzagenturen, der nationalen Klimaschutz Initiative und wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Weitere Informationen finden Sie unter: www.stromspar-check.de<http://www.stromspar-check.de> oder unter https://bequa.de/1088/der-stromspar-check-kommunal